Tradovate mit TradingView verbinden: Anleitung, Vorteile und Grenzen

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Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verbindung von Tradovate und TradingView: Login, Kontoauswahl, Order-Panel, Copy-Trading und wichtige Hinweise für Prop-Trader.

Tradovate mit TradingView verbinden

Tradovate lässt sich direkt mit TradingView verbinden. Für viele Futures-Trader ist das eine ziemlich bequeme Kombination: TradingView für Charting, Analyse und Orderausführung, Tradovate im Hintergrund als Konto- und Broker-Anbindung.

Gerade im Prop-Trading ist das interessant, weil viele Prop-Firmen mit Tradovate arbeiten. Wenn Du also ein Prop-Konto über Tradovate hast und sowieso gern mit TradingView analysierst, kannst Du Dir damit einen Plattformwechsel sparen.

Ganz ohne Einschränkungen ist die Lösung aber nicht. Besonders wenn Du sehr schnell scalpen möchtest oder feste ATM-Strategien wie in NinjaTrader gewohnt bist, solltest Du die Grenzen kennen. Auch Copy-Trading funktioniert nicht direkt in TradingView. Dafür brauchst Du weiterhin ein externes Tool, einen Cloud-Copier oder den integrierten Tradovate-Copier.

Kurz gesagt

Ja, Du kannst ein Tradovate-Konto mit TradingView verbinden und direkt aus TradingView heraus handeln. Du kannst Market Orders, Limit Orders und Stop Orders nutzen. Für ruhigeres, geplantes Futures-Trading funktioniert das gut.

Wenn Du aber extrem schnell scalpen willst, mehrere Konten kopieren möchtest oder fertige SL-/TP-Voreinstellungen brauchst, musst Du genauer hinsehen. TradingView ist stark im Charting. Beim Order-Handling merkt man an manchen Stellen noch, dass Futures-Trader nicht immer die Hauptzielgruppe waren.

Für wen ist TradingView mit Tradovate sinnvoll?

Die Verbindung ist vor allem dann interessant, wenn Du Deine Setups in TradingView vorbereitest und nicht ständig zwischen Plattformen springen möchtest.

Für mich ist das der größte Vorteil. Ich sehe meine Levels, VWAP, Anchored VWAPs und Opening Range direkt in TradingView und kann dort auch handeln. Das fühlt sich im Alltag einfach sauberer an, als Analyse und Ausführung auf zwei Plattformen zu verteilen.

Sinnvoll ist die Verbindung besonders für Trader, die klare Setups abwarten, nicht jede Sekunde fünf Orders verschieben müssen und mit manuellen Stop- und Limit-Orders zurechtkommen.

Weniger ideal ist sie für sehr schnelle Scalper. Wenn Du gewohnt bist, mit festen ATM-Strategien, vordefiniertem Stop Loss, Take Profit und automatischer OCO-Logik zu arbeiten, ist TradingView im Vergleich zu beispielsweise NinjaTrader weniger komfortabel.

Meine eigene Erfahrung

Ich war lange ein großer Fan von NinjaTrader. Gerade für Futures-Trading ist NinjaTrader stark, weil Orderausführung, ATM-Strategien und Trade-Management sehr direkt gelöst sind.

Trotzdem bin ich irgendwann fast komplett auf TradingView umgestiegen.

Der Grund ist simpel: Für meinen Alltag ist TradingView bequemer. Die Charts sind schnell, übersichtlich, überall verfügbar und ich kann meine Analyse sehr sauber vorbereiten. Ich handle zwar eher kurzfristig, aber nicht so hektisch, dass jede Millisekunde entscheidend ist.

Meine Stops und Targets setze ich aktuell meist manuell über Stop- und Limit-Orders. Das Order-Panel in TradingView kann zwar mehr, aber für meine Art zu handeln ist es mir oft zu umständlich. Ich hoffe, dass TradingView hier irgendwann bessere Voreinstellungen nachlegt.

Bei der Ausführung wirkt TradingView nicht ganz so direkt wie NinjaTrader. Für mich ist das aber akzeptabel, weil die Vorteile im Gesamtpaket überwiegen.

Tradovate in TradingView verbinden

Der Ablauf ist grundsätzlich einfach.

  1. Öffne TradingView.
  2. Öffne einen Futures-Chart, zum Beispiel ES oder NQ.
  3. Klicke oben rechts auf den Trade-Button neben Publish. TradingView öffnet dann die Broker-Auswahl in einem Fenster.
  4. Wähle Tradovate aus der Broker-Liste.
  5. Logge Dich mit Deinen Tradovate-Zugangsdaten ein.
  6. Wähle das richtige Konto aus.
  7. Prüfe Symbol, Positionsgröße und Ordertyp.

Wichtig: TradingView zeigt Dir die Konten an, die über Tradovate verfügbar sind. Wenn Du mehrere Konten hast, musst Du also sauber prüfen, welches Konto gerade aktiv ist. Das ist besonders relevant, wenn Du mehrere Prop-Konten parallel verwaltest.

Orders aus dem Chart

Direkt aus dem Chart kannst Du Market Orders, Limit Orders und Stop Orders absetzen. Für einfache Setups ist das angenehm. Du klickst am Chart, platzierst Deine Order und kannst sie danach visuell verschieben.

Der Nachteil: Wenn Du direkt aus dem Chart arbeitest, bekommst Du nicht automatisch eine fertige ATM-Strategie mit Stop Loss und Take Profit, die sich gegenseitig sauber löschen. Wenn Dein Target ausgelöst wird, musst Du sicherstellen, dass der Stop nicht als separate Gegenorder offen bleibt. Umgekehrt gilt dasselbe nach einem Stop.

Das lässt sich alles handeln, aber es verlangt Aufmerksamkeit.

Order-Panel: genauer, aber langsamer

Über das Order-Panel kannst Du Orders strukturierter eingeben. Dort lassen sich auch Stop Loss und Take Profit genauer vorbereiten.

Der entscheidende Punkt ist die Geschwindigkeit. Es gibt keine so komfortablen gespeicherten Voreinstellungen wie bei NinjaTrader-ATM-Strategien. Wenn Du schnell reagieren musst, fühlt sich das Order-Panel entsprechend langsamer an.

Für geplante Trades ist es okay. Für hektisches Scalping ist es nicht ideal.

Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte, die TradingView verbessern sollte: bessere Futures-Ordervorlagen mit festen SL-/TP-Setups und sauberer OCO-Logik.

Front-Month-Kontrakte sind gut gelöst

Ein Punkt, der oft unnötig kompliziert klingt: der richtige Futures-Kontrakt.

In TradingView ist das meist gut gelöst. Du kannst den Front-Month-Kontrakt handeln, der im Hintergrund auf den jeweils aktuellen Kontrakt verweist, zum Beispiel ES1! für den E-mini S&P 500 oder NQ1! für den E-mini Nasdaq 100. Dadurch musst Du Dich nicht ständig selbst um den nächsten Kontraktmonat kümmern.

Trotzdem lohnt rund um Rollover-Termine ein kurzer Blick, was genau gehandelt wird. Aber im Alltag ist das deutlich entspannter als viele Anfänger vermuten.

Marktdaten und erlaubte Märkte

Bei Prop-Firmen sind die üblichen Marktdaten für CME-Produkte meistens abgedeckt. Wenn Du ES, NQ, YM oder ähnliche Futures handelst, ist das in der Regel kein großes Thema.

Anders sieht es aus, wenn Du EUREX oder andere zusätzliche Märkte handeln möchtest. Dann musst Du prüfen, ob der Datenfeed verfügbar ist und ob Deine Prop-Firma diese Instrumente überhaupt erlaubt.

Wichtig ist also nicht nur: "Kann TradingView das anzeigen?" Sondern auch: "Darf ich dieses Instrument bei meiner Prop-Firma handeln?"

Hier lohnt sich auch der Blick auf die Entwicklung rund um Tradovate Prop und die engere Zusammenarbeit zwischen Brokern und Prop-Firmen.

Copy-Trading funktioniert nicht direkt in TradingView

Ein wichtiger Punkt für Prop-Trader: TradingView ist kein Trade-Copier.

Wenn Du mehrere Konten gleichzeitig handeln möchtest, brauchst Du eine Lösung außerhalb von TradingView. Du kannst zwar ein Konto in TradingView handeln und dieses Konto dann als Leader verwenden. Die eigentliche Kopie auf andere Konten muss aber über einen externen Copier laufen.

Ich nutze dafür weiterhin NinjaTrader als externe Lösung. Das ist nicht die schönste Lösung, aber sie funktioniert. Es gibt inzwischen auch Cloud-Copier, die immer besser werden. Alternativ lässt sich der in Tradovate integrierte Copier nutzen. Dann bist Du allerdings auf Konten innerhalb desselben Tradovate- bzw. Firmen-Setups beschränkt.

Für Trader mit vielen Prop-Konten ist das ein wichtiger Punkt. TradingView allein löst dieses Problem nicht.

Was TradingView noch besser machen könnte

So gern ich TradingView inzwischen nutze: Für Futures-Trader mit Prop-Konten gibt es noch ein paar Punkte, die ich mir deutlich runder wünschen würde.

Der wichtigste Punkt sind für mich symbolspezifische ATM-Strategien. Idealerweise könnte ich für ES, NQ oder andere Märkte eigene Voreinstellungen speichern und diese direkt bei einer Order aus dem Chart heraus aktivieren. Also nicht erst über das Order-Panel alles manuell eintragen, sondern mit einem festen Setup für Stop Loss, Take Profit und Risiko arbeiten.

Beim Paper-Trading ist TradingView hier schon einen Schritt weiter. Dort kann man Stop Loss und Take Profit zumindest nachträglich direkt am Chart per Drag & Drop setzen. Bei Tradovate-Orders funktioniert das in dieser Form aktuell noch nicht. Genau das wäre für mein Trading ein großer Fortschritt, weil ich viele Orders direkt aus dem Chart heraus setzen möchte.

Der zweite Punkt ist Copy-Trading. Wenn man mehrere Prop-Konten parallel handeln möchte, braucht man aktuell weiterhin eine externe Lösung, einen Cloud-Copier oder den integrierten Tradovate-Copier. Schön wäre, wenn TradingView oder Tradovate hier irgendwann eine saubere native Lösung anbieten würden.

Vielleicht kommt so etwas eher über Tradovate selbst: ein übergreifender Login oder ein zentrales Dashboard, das mehrere Tradovate-Accounts zusammenführt und Copy-Trading zwischen diesen Konten erlaubt. Das würde viele externe Lösungen überflüssig machen und gerade für Prop-Trader mit mehreren Konten einiges vereinfachen.

Bis dahin bleibt TradingView für mich vor allem eine sehr starke Charting- und Order-Plattform, aber noch nicht die perfekte Komplettlösung für aktives Multi-Account-Prop-Trading.

Typische Stolperfallen

Die Verbindung selbst ist nicht besonders kompliziert. Die Probleme entstehen eher im Alltag.

Prüfe vor dem Handel immer:

  • Ist das richtige Tradovate-Konto ausgewählt?
  • Ist das gehandelte Instrument bei Deiner Prop-Firma erlaubt?
  • Sind Stop Loss und Take Profit wirklich gesetzt?
  • Bleiben nach einem Exit keine Gegenorders offen?
  • Passt die Positionsgröße zu Deinen Prop-Firm-Regeln?
  • Funktioniert Dein Copy-Trading außerhalb von TradingView sauber?
  • Hast Du die Regeln für DLL, MLL, Drawdown und Consistency selbst im Blick?

Die bequeme Orderausführung in TradingView ändert also nichts daran, dass Du jede Order im Kontext Deiner Prop-Firm-Regeln prüfen musst.

Mein Fazit

TradingView mit Tradovate ist für viele Futures- und Prop-Trader eine starke Kombination. Du bekommst sehr gutes Charting, eine angenehme Oberfläche und kannst Dein Tradovate-Konto direkt aus TradingView heraus handeln.

Für mein eigenes Trading überwiegen die Vorteile klar. Ich mag die Charts, die Flexibilität und den sauberen Workflow. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Für sehr schnelles Scalping, fertige ATM-Strategien und komplexes Copy-Trading ist TradingView nicht die perfekte Lösung.

Wenn Du klare Setups abwartest, Deine Orders bewusst platzierst und die Grenzen kennst, kann TradingView mit Tradovate aber ein sehr angenehmer Weg sein, Futures-Prop-Konten zu handeln.

Häufige Fragen

Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Verbindung von Tradovate und TradingView.

Ja. TradingView unterstützt Tradovate als Broker-Anbindung. Über den Trade-Button öffnest Du die Broker-Auswahl und kannst Dich dort mit Deinen Tradovate-Zugangsdaten verbinden.

Wenn Deine Prop-Firma Tradovate unterstützt und Dein Konto dort verfügbar ist, kannst Du es grundsätzlich auch in TradingView sehen und handeln. Entscheidend ist, was über Deine Tradovate-Anbindung freigeschaltet ist.

Für ruhigeres, geplantes Scalping kann es funktionieren. Für extrem schnelle Scalper ist TradingView aber nicht ideal, weil Ordervorlagen, ATM-Strategien und Copy-Trading nicht so direkt gelöst sind wie in spezialisierten Futures-Plattformen.

Über das Order-Panel kannst Du Stop Loss und Take Profit vorbereiten. Direkt aus dem Chart entstehen aber keine gespeicherten ATM-Setups mit sauberer OCO-Logik wie in NinjaTrader. Deshalb musst Du nach Entry und Exit genau prüfen, welche Orders noch offen sind.

Nein, nicht direkt. Dafür brauchst Du weiterhin ein externes Tool, einen Cloud-Copier oder den integrierten Tradovate-Copier. Letzterer beschränkt Dich aber auf Konten innerhalb desselben Setups.

Meist nicht in dem Maße, wie viele denken. TradingView löst das mit Front-Month-Kontrakten recht angenehm. Trotzdem lohnt rund um Rollover-Termine ein kurzer Blick, welcher Kontrakt tatsächlich gehandelt wird.

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Simon Rimkus

Simon Rimkus @ der/proptrader

Auf derproptrader.de teile ich meinen Alltag als Futures-Trader mit Prop-Firmen. Ich handle ES & NQ mit dem Anchored VWAP und schreibe über meine Erfahrungen mit Evaluierungen, Funded-Accounts, Auszahlungen, Regelwerken und Trading-Psychologie — ehrlich, praxisnah und ohne Marketing-Blabla.

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