Meine Trading-Woche 34/2026: Wenn der Markt nichts hergibt
Die zahlenmäßig schwerste Woche seit Portfolio-Start — und die unspektakuläre Erklärung dahinter: Varianz. Warum ich nichts an der Strategie ändere, was die Drawdown-Puffer jetzt sagen und weshalb verlorene Konten Teil des Prop-Trading-Modells sind.

Das war die zahlenmäßig schwerste Woche seit dem Start des Portfolios: −5.638 $ über vier Handelstage. Die Gesamtkurve steht damit praktisch wieder am Ausgangspunkt.
Die Erklärung ist weniger spektakulär, als die Zahl vermuten lässt: Der Markt bewegt sich seit zwei Wochen nicht so, dass meine Strategie viel daraus machen kann. Bewegungen laufen an und brechen wieder ab, Ausbrüche werden zurückgekauft, Geduld wird nicht bezahlt. Das ist Varianz. Sie gehört zu diesem Geschäft und muss akzeptiert werden.
Und irgendwann kommen auch wieder andere Zeiten ... hoffe ich :)
Schade ist nur das Timing: ausgerechnet beim ersten öffentlichen Funded-Account und in den ersten Wochen des Portfolios. Aber genau so sieht die ehrliche Geschichte hinter echtem Prop-Trading aus.
Die Woche in Zahlen
- Montag (−1.102,86 $): Nerviger Chop in Gruppe B. Vier Trades, nur ein Mini-Gewinner. Die Bewegungen liefen jeweils kurz an und dann nicht weiter.
- Dienstag (−3.077,88 $): Max Loss in beiden Gruppen, der bisher schwächste Tag des Portfolios. Die Verlustgrenzen haben getan, wofür sie da sind: Tag beendet.
- Mittwoch (+16,12 $): Ein Break-Even-Long über fast zwei Stunden, bewusst mit kleinerer Positionsgröße. Der Trade drehte kurz vor dem Ziel und landete im nachgezogenen Stopp. Nerv.
- Donnerstag (−1.473,62 $): Mehr Versuche als üblich in einem Markt, der für mich nichts hergab.
- Freitag (0 $): Freigenommen. Freitage gehören ohnehin nicht zu meinen besten Handelstagen. Nach so einer Woche lasse ich es dann lieber ganz. Ab zum Strand, Energie tanken für nächste Woche.
Unterm Strich: −5.638,24 $ in der Woche, Portfolio-Gesamtstand +190,44 $ nach 35 Handelstagen. Das ist mehr als dürftig und enttäuschend. Die tagesaktuellen Details gibt es wie immer im Portfolio.
Was gut lief / Was nicht
Gut:
- Kein einziger Regelbruch in der gesamten Woche. Jeder Verlusttag endete an den definierten Grenzen.
- Die Positionsgröße am Mittwoch wurde halbiert. Risikomanagement ist keine Schönwetter-Disziplin.
- Der freie Freitag. Nichts zu tun ist manchmal die beste Position.
Nicht gut:
- Die Ergebnisse.
- Am Donnerstag wurden mehr Trades gemacht als nötig.
Mehr gibt es dazu ehrlicherweise nicht zu sagen.
Kontostand, ehrlich
Nach dieser Woche stehen vier der sechs Konten mit ihrem Drawdown-Puffer im Warnbereich: Tradeify Select bei 312 $, Apex bei 491 $, TradeDay bei 556 $ und das Funded-Konto bei 622 $, jeweils von 2.000 $ beim Start. Das darf man nicht schönreden.
Es gehört aber eingeordnet: Wenn Konten verloren gehen, ist das Teil des Prop-Trading-Games. Ich trade relativ stur weiter und ändere nichts. Genau deshalb besteht dieses Portfolio aus mehreren Konten statt einem. Und genau deshalb steht die Kostenbilanz offen auf der Seite.
Eine verlorene Eval kostet eine überschaubare Gebühr und wird ersetzt. Verlorene Konten sind in diesem Modell einkalkuliert und führen nicht zum Scheitern des gesamten Ansatzes. Das unterscheidet Prop-Trading vom Trading mit einem eigenen Konto.
Fokus für nächste Woche
Es geht normal weiter: gleiche Strategie, gleicher Prozess.
Zwei schlechte Wochen sind kein Grund für eine Umstellung. Gewartet wird auf Märkte, die zum Setup passen. Wenn sie nicht kommen, wird weniger gehandelt und versucht, möglichst wenig kaputt zu machen.
Andere Zeiten kommen. Das ist keine Hoffnung, das ist Statistik *konspirativ nickend*

Simon Rimkus @ der/proptrader
Auf derproptrader.de teile ich meinen Alltag als Futures-Trader mit Prop-Firmen. Ich handle ES & NQ mit dem Anchored VWAP und schreibe über meine Erfahrungen mit Evaluierungen, Funded-Accounts, Auszahlungen, Regelwerken und Trading-Psychologie — ehrlich, praxisnah und ohne Marketing-Blabla.


