Meine Trading-Woche 39/2026: Der letzte Bericht
Das öffentliche Portfolio endet hier — 55 Handelstage, 17 Konten und mit einer Erkenntnis, die den Preis wert war: Öffentlich trade ich unerwartet schlechter. Die komplette Abschlussbilanz, was mit dem letzten Konto passiert und warum alle Daten online bleiben.

Das ist bis auf Weiteres der letzte Wochenbericht. Das öffentliche Portfolio endet hier zunächst mit einer Entscheidung, die sich seit Wochen abgezeichnet hat und die ich in KW 38 bereits angekündigt hatte: Wenn der letzte Versuch nichts wird, ist Schluss. Er wurde nichts. Genauer gesagt: Ich wurde nichts.
Die Woche in Zahlen
- Montag (+2.071,66 $): Alle vier Konten grün, das meiste Pre-Market. Ein guter Start.
- Dienstag (+1.561,22 $): Wieder alle grün — geduldig gewartet, sauber ausgeführt.
- Mittwoch (−4.016,27 $): Der Bruch. Apex Legacy II und FTMO Growth durchbrachen den Trailing Drawdown. Das Trading-Pit-Konto wurde schwer getroffen. Nur Tradeify Select II lief stark (+2.012,64 $).
- Donnerstag (+835,68 $): Um 08:14 Uhr liquidierte The Trading Pit die letzte Position — drittes Konto der Woche weg. Select II dagegen gut: +1.993,28 $.
Unterm Strich: +452,29 $ in der Woche — ausgerechnet die Schlusswoche ist hellgrün. Portfolio-Endstand ist ernüchternd: −13.691,54 $.
Die Abschlussbilanz
- 55 Handelstage vom 1. Juli bis 24. September, 613 dokumentierte Trades.
- 17 Konten: eine einsame bestandene Evaluation, ein verlorener Funded-Account, dreizehn gescheiterte oder beendete Evals und ein Konto, das im Plus aus der Dokumentation geht.
- Simuliertes Ergebnis: −13.691,54 $. Real bezahlt: 1.376,17 $ an Gebühren. Das ist die tatsächliche Rechnung dieses Experiments — und nebenbei der beste Beleg für das Argument, mit dem hier alles anfing: Prop-Trading begrenzt den Schaden aufs Eintrittsgeld.
- Keine Auszahlung. Das Ziel wurde nicht erreicht.
Und das letzte Konto: Select II geht mit +4.465,08 $ und 74 % Weg zum Profitziel aus der öffentlichen Dokumentation — es läuft privat weiter.
Warum Schluss ist
Der Befund steht seit Wochen fest, ich habe nur gebraucht, um ihn zu akzeptieren: Unter Beobachtung trade ich, warum auch immer, schlechter. Meine Verlustserien sind heftiger geworden, seit das Portfolio öffentlich ist. Meine Routine ist durcheinandergeraten. Ich hatte wieder Mühe, Verluste zu akzeptieren — etwas, das ich privat seit Jahren nicht mehr kannte. Das System war nie das Problem. Das Problem war das Traden im Schaufenster - bescheuert eigentlich, aber ich muss es wohl so hinnehmen.
War es falsch, öffentliche Statistiken zu führen? Ich habe hier gelernt, dass Sichtbarkeit ein eigener Risikofaktor (zumindest bei mir) ist, der in keinem Regelwerk steht — für 1.376,17 $ Lehrgeld. Es gibt deutlich teurere Lektionen in diesem Geschäft :)
Was bleibt
Die Portfolio-Seite bleibt vollständig online — jede Kurve, jedes gescheiterte Konto, jede Zahl. Nichts wird gelöscht oder nachträglich geschönt; die Dokumentation ist abgeschlossen, nicht entsorgt. Auch die Wochenberichte bleiben natürlich stehen - als das, was sie sind: eine ehrliche Serie über ein gescheitertes Experiment.
Der Blog geht selbstverständlich ganz normal weiter — Prop-Firmen, Strategien, Erfahrungen aus dem Trading-Alltag. Nur eben wieder so, wie es vor dem Portfolio war: Ich trade privat und schreibe darüber, was sich zu teilen lohnt - auch das möglichst ohne Kirschenpicken.
Eines noch: Ich habe absolut unterschätzt, was es bedeutet, mit öffentlichen Ergebnissen zu handeln. Wer unter völliger Transparenz stabil tradet, hat meinen vollen Respekt — und mir ist inzwischen sehr klar, warum es so wenige ernsthaft tun.
Danke an alle, die mitgelesen, kommentiert und mir geschrieben haben!

Simon Rimkus @ der/proptrader
Auf derproptrader.de teile ich meinen Alltag als Futures-Trader mit Prop-Firmen. Ich handle ES & NQ mit dem Anchored VWAP und schreibe über meine Erfahrungen mit Evaluierungen, Funded-Accounts, Auszahlungen, Regelwerken und Trading-Psychologie — ehrlich, praxisnah und ohne Marketing-Blabla.


