Meine Trading-Woche 36/2026: Ein Tilt-Tag und ein Neuaufbau

Von Trading-Woche

Ein Tilt-Tag hat diese Woche ein Funded-Konto und zwei Evals gekostet. Warum ich jetzt wieder 100k-Konten mit Minis handle wie vor dem öffentlichen Portfolio, VWAP-Pullbacks per Limit-Order nehme und dem diskretionären Teil meines Tradings wieder Raum gebe.

Meine Trading-Woche 36/2026 – ein Tilt-Tag und der Neuaufbau mit 100k-Konten

Das war die bisher schwerste Woche des Portfolios: Am Mittwoch habe ich auf Tilt das Funded-Konto und zwei Evals durchbrochen. Das kam nicht aus dem Nichts — es war die Konsequenz aus zwei Wochen Verlustserie und Unsicherheiten im System. Danach habe ich aufgeräumt, das Portfolio neu aufgestellt und ein paar Dinge geändert, die überfällig waren. Ich hatte anscheinend an zu vielen Schräubchen gedreht und mein System damit negativ beeinflusst.

Die Woche in Zahlen

  • Montag (−769,27 $): Erster Tag mit neuem technischen Setup. Der Versuch, die Micro-Skalierung zu automatisieren, ging schief.
  • Dienstag (+735,47 $): Nur Gruppe A gehandelt, alle drei Konten grün.
  • Mittwoch (−8.287,95 $): Der Tilt-Tag. Dazu unten mehr.
  • Donnerstag (+2.292,92 $): Erster Tag mit den neuen 100k-Konten. Drei Shorts in Gruppe A - Konten grün.
  • Freitag (0 $): Nach meinem Loosing-Streak freigenommen — außerdem NFP-News und Freitag.

Unterm Strich: −6.028,83 $ in der Woche, Portfolio-Gesamtstand −7.108,03 $ nach 43 Handelstagen.

Der Mittwoch

Am Mittwoch sind mir letztlich die Sicherungen durchgebrannt. Auf Tilt habe ich das Lucid Funded-Konto, eine Apex-Eval und ein Tradeify Select geschrottet. Zwei weitere Konten überlebten schwer verletzt mit unter 100 $ Rest-Puffer. Diese habe ich für das Portfolio beendet.

Der Auslöser für diesen Glanzmoment war ein Versuch, die Skalierung mit den Micros je nach ATR-Stopp zu automatisieren — das ging nicht wirklich gut. Was in Tests zunächst gut funktionierte, war in der Anwendung ein Reinfall. Der Grund für die verlorenen Konten ist das nicht, aber es hat doch arg an meinem Tilt-Nerv gekitzelt.

Über die letzten Wochen mit Verlusten hatte sich darüberhinaus etwas angestaut. Für das öffentliche Portfolio hatte ich versucht, streng nur die eine dokumentierte Strategie zu handeln, damit jede Zahl hier sauber erklärbar ist. Ein Teil meines Tradings war aber schon immer diskretionär, zum Teil eben auch rein nach Erfahrung und Kontext. Diesen Teil wegzulassen hat nicht Klarheit gebracht, sondern Frust.

Zwei Dinge nehme ich dennoch als gute Nachricht mit. Erstens: Solche Tilt-Momente sind bei mir echt selten geworden. Vor ein paar Jahren wäre das ein häufigeres Ereignis gewesen. Zweitens: Genau hier zeigt Prop-Trading seine Stärke als Stop-Loss für das eigene Kapital. Verloren sind Spielgeld, Evaluierungs-Gebühren oder Funded-Accounts, nicht mehrere Tausend Euro vom eigenen Konto.

Was sich ändert

Der Rahmen meines Systems bleibt: VWAP-Kontext, Levels aus höheren Timeframes, Pullbacks an verankerte VWAPs und deren Handoffs, festes Risiko. An der Umsetzung ändere ich drei Dinge:

  • 100k-Konten mit Minis statt Micros. Das war vor dem Portfolio mein Standard: 100k-Konten, gehandelt mit 2 ES oder 1 NQ. Die Umstellung auf Micros mit Skalierung hatte einen Ungenauigkeitsfaktor in mein Trading gebracht — wichtige Preislevel und besonders der VWAP weichen dort spürbar vom großen Kontrakt ab. Ich handle lieber die großen Geschwister.
  • Limit-Orders an VWAP-Pullbacks. Ich warte nicht mehr zwingend auf eine Bestätigungskerze, sondern lege Limit-Orders an VWAPS (New York, Session, Swing oder entsprechende Handoffs). Dafür fahre ich erstmal ein CRV von 1:1 — die Argumente dazu stehen im Artikel „Warum ich mein CRV bewusst senke“.
  • Mehr Freiheit im Setup. Neben den VWAP-Pullbacks handle ich auch kleine Reversals an wichtigen übergeordneten Zonen — und generell wieder diskretionäre Trades, die sich je nach Marktphase und Kontext allzu offensichtlich anbieten. Sie lassen sich nicht in drei Regeln erklären und beruhen auf Erfahrung. Warum ich das öffentlich genauso dokumentiere, steht jetzt auch auf der Strategie-Seite.

Kontobewegungen und Kosten

Im Archiv gelandet sind diese Woche also fünf Konten: das Funded-Konto und zwei Evals durch den Super-Mittwoch, dazu habe ich die beiden Überlebenden mit Mini-Puffer bewusst beendet. Neu im Portfolio sind fünf 100k-Evals — zweimal Apex Legacy, zweimal Tradeify Select und ein FTMO Futures „Growth“, das es erst seit Kurzem gibt. Das 50k TradeDay Fast-Pass II läuft als einziges Bestandskonto weiter und folgt den Minis mit Micros.

Die Neukäufe kosteten zusammen 493,40 $, die offene Kostenbilanz steht damit bei 1.212,00 $. Das steht wie immer offen im Portfolio.

Fokus für nächste Woche

Das neue Setup in Ruhe etablieren und erstmal wieder den eigenen Groove finden. Habe unterschätzt, wie sehr diese Änderungen mein Trading beeinflussen. Für das Portfolio habe ich anscheinend an zu vielen Schräubchen gedreht und mich damit aus dem Tritt gebracht.

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Simon Rimkus

Simon Rimkus @ der/proptrader

Auf derproptrader.de teile ich meinen Alltag als Futures-Trader mit Prop-Firmen. Ich handle ES & NQ mit dem Anchored VWAP und schreibe über meine Erfahrungen mit Evaluierungen, Funded-Accounts, Auszahlungen, Regelwerken und Trading-Psychologie — ehrlich, praxisnah und ohne Marketing-Blabla.

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