Lucid Daily im Detail: tägliche Auszahlungen ohne Cap – und was sie kosten

Von Prop-Trading

LucidDaily ist der vierte Kontoplan von Lucid Trading: tägliche Payouts ohne Cap, konfigurierbarer Drawdown, 2-Tage-Pass. Was der Plan kann, was er kostet – und welche zwei Regeln ihn nicht für jeden geeignet machen.

LucidDaily im Detail – tägliche Auszahlungen, Konfigurator und Regeln des neuen Lucid-Plans

Lucid hat sein Lineup um einen vierten Kontoplan erweitert: LucidDaily. Das Versprechen hat es in sich: tägliche Auszahlungen ohne Payout-Cap, eine in zwei Tagen passierbare Evaluation und ein Konfigurator, bei dem Du Drawdown-Art und Daily-Loss-Limit selbst wählst.

Wie immer gilt: Je besser das Angebot klingt, desto genauer sollte man die Regeln lesen. Genau das machen wir in diesem Artikel – inklusive der zwei Punkte, die LucidDaily für manche Trader zum falschen Plan machen.

Der Konfigurator: vier Varianten, eine Preislogik

LucidDaily ist der am weitesten konfigurierbare Lucid-Plan. Das Daily-Loss-Limit lässt sich seit August 2026 zwar auch bei Flex und Pro zu- oder abwählen – die Wahl der Drawdown-Art in der Evaluation gibt es aber nur hier. Zwei Schalter stehen zur Wahl:

  • Daily-Loss-Limit an oder aus – die Wahl gilt für Evaluation und Funded-Konto. Das DLL ist ein Soft Breach: Wer es reißt, ist für den Rest des Tages gesperrt, verliert aber nicht das Konto.
  • Eval-Drawdown End-of-Day oder Intraday – diese Wahl gilt nur für die Evaluation. Im Funded-Konto arbeitet LucidDaily immer mit Intraday-Drawdown, egal was Du gewählt hast.

Daraus ergeben sich vier Konfigurationen. Die Preislogik ist einfach: Der Listenpreis hängt nur an der Drawdown-Wahl – die Intraday-Variante ist günstiger (regulär 115 bis 367 USD je nach Kontogröße) als die EOD-Variante (137 bis 436 USD), weil sie für Lucid weniger Risiko bedeutet. Das Daily-Loss-Limit kostet keinen Aufpreis; mit aktivem DLL gibt es aktuell sogar eine zusätzliche, zeitlich begrenzte Ersparnis im Checkout. Wichtig: Die Konfiguration ist nach dem Kauf nicht mehr änderbar.

Dass die Preisstruktur so offen am Risiko hängt, ist übrigens lehrreich – ein Angebot verrät immer etwas über die Kalkulation der Firma dahinter.

Die Evaluation: schnell, aber nicht in einem Tag

Die Eval-Werte entsprechen denen von LucidFlex:

AccountProfit TargetMax Loss LimitDaily-Loss-Limit (falls aktiv)Max Size
25K1.250 USD1.000 USD600 USD2 Minis / 20 Micros
50K3.000 USD2.000 USD1.200 USD4 Minis / 40 Micros
100K6.000 USD3.000 USD1.800 USD6 Minis / 60 Micros
150K9.000 USD4.500 USD2.700 USD10 Minis / 100 Micros

In der Evaluation gilt eine 50%-Consistency – bestehen kannst Du also frühestens in zwei Handelstagen. Im Funded-Konto fällt die Consistency dann komplett weg. Aktivierungsgebühr gibt es keine, die Aktivierung läuft wie bei Lucid üblich in Minuten nach dem Bestehen.

Das Funded-Konto: tägliche Payouts mit Buffer-Logik

Das Herzstück des Plans ist die Payout-Mechanik. Es gibt kein festes Auszahlungsfenster und kein Cap pro Request – stattdessen zwei einfache Bedingungen:

  1. Balance über dem Buffer. Der Buffer entspricht dem initialen Max Loss Limit plus 100 USD und ist nicht auszahlbar – er bleibt als Sicherheitsabstand zum Drawdown stehen. Konkret liegt die Auszahlungsschwelle bei 26.100 USD (25K), 52.100 USD (50K), 103.100 USD (100K) und 154.600 USD (150K) Kontostand.
  2. Positiver Netto-Gewinn seit dem letzten Payout – schon ein Dollar genügt.

Der Mindest-Payout liegt bei 500 USD pro Konto, ausgezahlt wird laut Lucid innerhalb von zwei Werktagen, der Profit Split beträgt wie bei allen Lucid-Plänen 90/10.

Eine Obergrenze gibt es dennoch: den Maximum Daily Profit. Mehr als 6.000 USD (25K), 8.000 USD (50K), 10.000 USD (100K) beziehungsweise 12.000 USD (150K) SIM-Gewinn an einem Tag sind nicht vorgesehen – wer diese Marke erreicht, wird zu Live befördert. Dazu gleich mehr.

Die zwei Haken: Intraday-Drawdown und News-Verbot

So angenehm die Payout-Seite ist, so klar sind die beiden Einschränkungen, die LucidDaily von den Geschwister-Plänen unterscheiden:

Erstens: Im Funded-Konto gilt immer Intraday-Drawdown. Während Flex, Pro und Direct mit dem trader-freundlicheren End-of-Day-Modell arbeiten, zieht der Drawdown bei LucidDaily auch mit unrealisierten Gewinnen nach. Wer Trades gern atmen lässt und größere Buchgewinn-Schwankungen aushält, bezahlt die täglichen Payouts hier mit einem deutlich engeren Korsett.

Zweitens: News-Trading ist ein Hard Breach. Von einer Minute vor bis einer Minute nach einem Red-Folder-Event musst Du flat sein – eine gehaltene oder neu eröffnete Position in diesem Fenster kostet das Konto. Das ist keine Formalie: Bei allen anderen Lucid-Plänen ist News-Trading erlaubt. Wer seine Setups um Wirtschaftsdaten herum baut, ist bei LucidDaily schlicht falsch.

Der Weg zu Live: klare Schwelle, klarer Deckel

Lucid versteht auch LucidDaily als Durchgangsstation Richtung Live-Trading – und regelt den Übergang ungewöhnlich transparent. In den Live-Review-Pool kommt, wer den Maximum Daily Profit erreicht, wer über die Zeit viel ausgezahlt bekommen hat oder außergewöhnlich stark performt; die finale Entscheidung liegt beim Risk Team. Live-Schaltungen passieren abends nach 18 Uhr Eastern Time, als Basis dient der Schlussstand des Vortags.

Beim Übergang gelten drei Regeln, die Du vorher kennen solltest:

  • Der Buffer wird zum Live-Startkapital. Die aufgebaute Buffer-Balance finanziert den Start-Drawdown des Live-Kontos (1.000 bis 4.500 USD je nach Größe) und ist nicht auszahlbar.
  • SIM-Gewinne über dem Buffer werden ausgezahlt – gedeckelt auf 15.000 USD insgesamt. Der Deckel gilt unabhängig davon, wie viele und wie große Konten Du hast. Was darüber liegt, verfällt.
  • Alle übrigen SIM-Konten werden geschlossen. Pro Funded-Konto mit mindestens einem Payout gibt es ein Live-Konto; Evaluationen und Funded-Konten ohne Payout werden geschlossen, wobei Lucid die Eval-Gebühr nicht ausgezahlter Konten erstattet. Wer gern Evals „auf Vorrat" hält, sollte das wissen – Lucid sagt es selbst ganz offen.

Die Live-Konten starten bei 0 USD mit End-of-Day-Drawdown, ohne Daily-Loss-Limit und mit täglichen Payouts. Einen First-Live-Bonus, wie ihn die anderen Pläne kennen, gibt es aus LucidDaily heraus nicht. Und wichtig für Haushalte mit mehreren Tradern: Sobald ein Haushaltsmitglied live handelt, sind SIM-Konten für alle anderen tabu.

Für wen passt LucidDaily?

Der Plan ist konsequent auf einen Typ zugeschnitten: disziplinierte Intraday-Trader mit Cashflow-Fokus, die regelmäßig kleinere Gewinne realisieren und zeitnah ausgezahlt werden wollen, statt große Polster aufzubauen. Für dieses Profil ist die Kombination aus täglichen Requests, fehlender Funded-Consistency und der 500-USD-Schwelle tatsächlich stark – und der Intraday-Drawdown tut jemandem, der ohnehin mit engen Stopps arbeitet und Gewinne schnell mitnimmt, kaum weh.

Weniger geeignet ist LucidDaily für News-Trader (Hard Breach), für Trader, die Positionen mit größeren Buchgewinn-Schwankungen laufen lassen (Intraday-Drawdown), und für alle, die primär ein möglichst großes Polster im Funded-Konto aufbauen wollen – dafür sind LucidFlex oder LucidPro die passenderen Werkzeuge, und der 15.000-USD-Deckel beim Live-Übergang setzt dem Polster-Ansatz bei Daily ohnehin eine Grenze.

Aktuelle Preise, Rabatte und alle Firmendaten findest Du wie immer auf der laufend gepflegten Lucid-Trading-Firmenseite.

Häufige Fragen

Kurze Antworten auf die häufigsten Fragen zum neuen LucidDaily-Plan.

Der Listenpreis hängt an der Drawdown-Wahl: Die Intraday-Variante startet regulär bei 115 USD für das 25K-Konto und 156 USD für das 50K-Konto, die EOD-Variante kostet 137 bzw. 185 USD. Das Daily-Loss-Limit ist beim Listenpreis neutral; mit aktivem DLL gibt es aktuell eine zusätzliche, zeitlich begrenzte Ersparnis im Checkout. Alles Einmalzahlungen ohne Abo – und wie bei Lucid üblich laufen regelmäßig Rabattaktionen, sodass die tatsächlichen Preise deutlich darunter liegen.

Weil der Preis das Risiko der Firma widerspiegelt: Ein Intraday-Drawdown begrenzt, wie viel ein Konto aus Sicht von Lucid kosten kann – dafür gibt es Rabatt. Aus demselben Grund belohnt Lucid aktuell auch das aktivierte Daily-Loss-Limit mit einer zusätzlichen Ersparnis. Das ist übrigens ein schönes Beispiel dafür, dass ein Angebot immer auch Information über die Kalkulation dahinter ist.

Pro Auszahlungsantrag gibt es kein Cap – auszahlbar ist alles oberhalb der Buffer-Balance, mindestens 500 USD pro Request. Zwei Grenzen existieren trotzdem: Der Maximum Daily Profit (6.000 bis 12.000 USD je nach Kontogröße) deckelt den SIM-Tagesgewinn und löst den Wechsel zu Live aus, und beim Live-Übergang selbst sind die auszahlbaren SIM-Gewinne über dem Buffer auf insgesamt 15.000 USD begrenzt – unabhängig von Kontozahl und -größe.

Nein, und das ist der wichtigste Unterschied zu den anderen Lucid-Plänen: Im LucidDaily-Funded-Konto ist News-Trading ein Hard Breach. Du musst von einer Minute vor bis eine Minute nach einem Red-Folder-Event flat sein – wer im Fenster eine Position hält oder eröffnet, verliert das Konto. Bei Flex, Pro und Direct ist News-Trading dagegen erlaubt.

Stand der Einordnung: August 2026, auf Basis der offiziellen Lucid-Dokumentation. Regeln, Preise und Aktionen können sich ändern. Prüfe vor dem Kauf immer die aktuellen Angaben im Checkout und im Lucid Help Center.

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Simon Rimkus

Simon Rimkus @ der/proptrader

Auf derproptrader.de teile ich meinen Alltag als Futures-Trader mit Prop-Firmen. Ich handle ES & NQ mit dem Anchored VWAP und schreibe über meine Erfahrungen mit Evaluierungen, Funded-Accounts, Auszahlungen, Regelwerken und Trading-Psychologie — ehrlich, praxisnah und ohne Marketing-Blabla.

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