Prop-Trading als Einstieg
Das Trading zu erlernen kann ein kostspieliges Unterfangen sein. Für mich kam vor einigen Jahren das Prop-Trading zur besten erdenklichen Zeit. Denn es war genau die richtige Mischung aus Demo und Echtgeld. Auf einem Demokonto lernt man nichts über die Psychologie im Trading. Echtgeld ist natürlich als Anfänger Wahnsinn.
Auch mit Hilfe des Prop-Trading hat es Jahre gedauert bis ich verstanden habe, dass ich nicht den Markt beherrschen muss, sondern mich selbst. Doch aufgrund dieser Umgebung blieben die Kosten für diese praktische Ausbildung im Rahmen. Teuer genug war es trotzdem.
Das Problem vor dem Bildschirm
Zum Glück bin ich relativ bald auf das Thema Trading-Psychologie gestoßen, mit der ich mich sehr eindringlich beschäftigte, weil ich dessen Sinn sehr schnell erkannte und die Ideen für mich schlüssig waren. Das ist jedoch nicht der entscheidende Schritt.
Über die Theorie von Trading-Psychologie bescheid zu wissen, heißt noch nicht, dass man diese auch in die Tat umsetzen kann. Ich musste Jahre lang an mir arbeiten und mich mit mir ausführlich auseinander setzen.
Kleine Randnotiz: Ich glaube, dass sehr viele Leute gut daran täten, sich mit sich selbst mal eingehend auseinanderzusetzen, um Lösungen für ihre Probleme nicht immer im Außen (bei den anderen) zu suchen. So würde uns sicher so mancher Krieg erspart bleiben. Aber ich schweife ab.
Dank der Erkenntnis, dass das Problem im Trading meist vor dem Bildschirm sitzt, konnte ich gezielt an meinen Routinen arbeiten, habe mein Leben (Essen, Sport, Alkohol etc.) besser organisiert und bin insgesamt eine bessere Version von mir selbst geworden. Das spiegelt ich in meinen Trading-Ergebnissen absolut wider.
Von Beruf Daytrader?
Mich andern so vorzustellen vermeide ich nach wie vor. Aber das Daytrading ist meine Hauptbeschäftigung. Ich habe zwar dank dieses Blogs noch Affiliate-Einnahmen, ohne die ich die „Ausbildungsphase“ nicht so gut überstanden hätte. Aber Gold-Futures zu handeln ist inzwischen eine echte Leidenschaft.
Auch wenn es durchaus negative Aspekte bei diesem „Beruf“ gibt, auf die ich später noch zu sprechen komme, ist es für mich persönlich die schönste berufliche Beschäftigung, die ich mir zur Zeit vorstellen kann. Dadurch dass man weder Produkt, noch Kunden, geschweige denn einen Chef hat oder örtlich gebunden ist, fühle ich mich absolut unabhängig. So geht Freiheit.
Zu den negativen Seiten zählt natürlich der hundertzehnprozentige Einsatz von vielen Jahren mit endloser Screentime. Das ständige Verlieren löst außerdem großen Stress aus, an dem manche zugrunde gehen. Trading ist außerdem ein sehr einsames Unterfangen. Letztlich ist man mit dem Markt und seinen Entscheidungen allein. Man hat kaum persönlichen, sozialen Kontakt (Discord & Co.) mal ausgenommen und ist auf sich allein gestellt.
Aber diese negativen Aspekte kann man vermeiden bzw. mit ihnen klar kommen. Wenn man einmal ein System mit einem Handelsvorteil gefunden hat und diesem vertraut, stresst das Trading nicht mehr – oder sollte es zumindest nicht. Mein Trading-Tag besteht meist wenn überhaupt aus nur wenigen Stunden effektiven Handelns. Das gibt mir die Freiheit, mich den sozialen Kontakten und meinem Sport zu widmen. Die Resultate werden besser je weniger man „arbeitet“. Das kann ich.
Fazit
Das Daytrading ist aus bekannten Gründen sicher nichts für Jedermann. Und ich verstehe nur zu gut, warum so viele Menschen scheitern und letztlich nicht profitabel werden. Und das sage ich völlig wertfrei. Ich hatte das Glück, stur genug zu sein und mich in einer Lebenssituation zu befinden, die mir erlaubt hat, so viel Zeit vor den Charts zu verbringen, um das Dinge verstehen zu können.
Jetzt, da ich das Trading – oder ich sage besser mich – verstanden habe, ist es relativ stressfreie Routine. Man spult Tag für Tag sein Ding runter. Wenn das System einen Vorteil hat, kümmern sich die Profite um sich selbst. Dadurch werden sie irgendwie zweitrangig. Und genau das gibt einem die Ruhe und verhindert Situationen, in denen der kleine Affe im Kopf das Ruder in die Hand nimmt. So macht Trading Spaß und gibt einem die Freiheit, die man sich ganz zu Beginn mal vorgestellt hat. Aber sie ist anders als man gedacht hat… besser.
Häufige Fragen (FAQ)
Daytrading ist vor allem in der Lernphase extrem stressig. Mit einem erprobten System und Vertrauen in den eigenen Handelsvorteil kann Trading jedoch deutlich ruhiger werden – oft mit weniger Bildschirmzeit und mehr Freiheit als gedacht.
Ja, Daytrading kann Freiheit bieten, wenn man profitabel und diszipliniert arbeitet. Ohne Kunden, Chef oder festen Ort entsteht ein hohes Maß an Unabhängigkeit – allerdings erst nach Jahren intensiver Arbeit und persönlicher Entwicklung.
Viele Trader scheitern nicht an der Strategie, sondern an sich selbst. Fehlende Routinen, emotionale Entscheidungen, Stress und mangelnde Selbstkontrolle führen dazu, dass selbst profitable Systeme nicht konsequent umgesetzt werden.
Der häufigste Fehler ist der Versuch, den Markt kontrollieren zu wollen, statt sich selbst. Übertrading, Regelbrüche und impulsive Entscheidungen entstehen meist aus Stress, Ungeduld oder fehlenden Routinen – nicht aus mangelndem Marktverständnis.
Ja, Prop-Trading kann für Anfänger sinnvoll sein, da es eine Brücke zwischen Demo- und Echtgeld-Trading schlägt. Man riskiert nicht sofort eigenes Kapital, erlebt aber dennoch echte Emotionen und lernt den psychologischen Druck kennen, der im Trading entscheidend ist.