Ist Geld verdienen wollen alles?
Wahrscheinlich geht es den meisten jungen Leuten heute so, dass sie wegen der Aussicht auf viel Geld und den coolen Lifestyle mit dem Trading beginnen. Nicht selten wird diese anfängliche Euphorie jedoch alsbald enttäuscht, weil das Ganze nicht so einfach ist, wie es auf YouTube oder Instagram aussieht. Das Trading zu Erlernen ist mit richtig (also richtig) viel Arbeit – vor allen an sich selbst – verbunden. Das unterschätzen viele und geben auf.
Trading als Lebenseinstellung
Ich gebe zu die Überschrift ist ein wenig vom Ende her gedacht, denn gutes Trading setzt eine gewisse Lebenseinstellung voraus, ohne die man schon im Voraus disqualifiziert ist. Aber dennoch glaube ich, dass man durch Trading vieles dazu lernen kann. Es verändert die Art wie wir denken und letztlich die Persönlichkeit. Man erkennt in der Lernphase, dass es für Erfolg an den Märkten nötig ist, das Mindset anzupassen.
Mich hat Trading unglaublich viel über Geduld, Disziplin und Ausgeglichenheit gelehrt – Dinge, die ich auf andere Lebensbereiche übertragen kann. Und so kalt die ganze Welt der Märkte mit ihrer Geldgier und teils brachialem Kapitalismus auch erscheinen mag, habe ich sehr viel über Achtsamkeit und Bewusstsein gelernt. Das hatte ich anfangs nun wirklich nicht erwartet. Das Buch Der Zen Trader von Peter Castle zieht dabei die logische Parallele vom Trading zum Zen-Buddhismus. Ein Konzept, was mich tief beeindruckt und durchaus geprägt hat.
Größtmögliche Freiheit
Neben der „Freiheit im Kopf“, die ein achtsamer Lebensstil mit sich bringt, gibt es beim Trading andere sehr attraktive Rahmenbedingungen. Man hat die völlige Kontrolle über die eigene Zeit. Man hat keinen Chef, der einem sagt, was zu tun ist. Man hat keine Kunden, die etwas von einem wollen oder gar rummeckern. Man hat kein Produkt, für das man Verantwortung übernehmen muss. Besonders mit der heutigen Form von Prop-Trading bei Funding-Firmen hat man kaum ein finanzielles Risiko. Wenig Risk für viel Reward – das wollen doch immer alle.
Wenn sich durch profitables Handeln der Erfolg einstellt und man Profite erzielen kann, stellt sich außerdem eine finanzielle Freiheit ein. Man zahlt die Hypothek des Hauses vorzeitig ab und ist nicht mehr auf Kredite von Banken angewiesen. Schuldenfrei durch das Leben zu gehen ist ein großes Stück Freiheit. Man kann sich zudem Dinge leisten und ist nicht von anderen abhängig. Mit diesen Bedingungen ist man ziemlich weit oben in der Maslowschen Bedürfnispyramide angekommen. Dieser Traum ist mit Trading möglich.
Fazit
Ich merke, der Artikel ist so etwas wie eine Liebeserklärung an das Trading geworden. Aber das ist auch gut so. Denn ich persönlich kann mir kaum eine schönere berufliche Aktivität vorstellen, die mir diese Einsichten und Lebenslehren, diese Freiheiten und Möglichkeiten bietet. Noch längst bin ich nicht dort, wo ich hin möchte. Wie gesagt, ich befinde mich noch in der Lernphase. Aber ich habe eine sehr gute Idee davon, wo die Reise hingehen soll und auch das macht mich schon glücklich.